Was gibt es beim Empfang von HD+ zu beachten?

HD PlusWenn man den Versprechungen der TV-Sender Glauben schenkt, dann ist der inzwischen nicht mehr so ganz neue HD+ Standard ein echter Meilenstein der Fernsehempfangstechnik. Aber noch immer sind viele Verbraucher verunsichert bezüglich der benötigten Empfangs- und Wiedergabetechnik und wegen dem Dickicht der Fachbegriffe, Abkürzungen und Logos.

Empfangbar ist das digitale HD+ Signal über den Satelliten Astra. Daher ist in der Regel eine entsprechende Satellitenschüssel für das scharfe Kinoerlebnis erforderlich. Ausnahmen bilden einige Kabelnetzbetreiber, die das HDTV-Signal in ihre Netze einspeisen.

Um das Satellitensignal entsprechend hochwertig verarbeiten zu können, bedarf es eines digitalen Receivers mit einigen Besonderheiten, denn der Empfang von HD+ ist in Deutschland nicht ganz kostenlos. Benötigt wird ein Receiver mit einem sogenannten Smartcard-Modul. Dieses Modul ist nichts anderes als ein Karteneinschub, der die für HD+ benötigte HD+ Karte aufnimmt. Diese Karte liegt den meisten neuen Receivern beim Kauf bereits bei und ist für den HD+ Empfang der ersten 12 Monate bereits freigeschaltet. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann HD+ nur weiterhin empfangen werden, wenn erneut 12 Monate auf der Smartcard freigeschaltet werden, was mit 50,- € zu Buche schlägt. Beispiele für Receiver sind der „TechniStar S1 HD“, der „Comag HD 25“ oder auch der „Humax iCord HD“.

Letztes Glied in der Empfangskette ist ein entsprechendes Fernsehgerät. Weil für die scharfen Konturen und Farben eines HD+ Bildes eine Mindestanzahl an Bildpunkten nötig ist, kommen Röhrengeräte dafür generell nicht infrage. Der hochauflösende Fernseher sollte diese Empfangstechnik unterstützen, was an den Logos „HD Ready“ bzw. „Full HD“ erkennbar ist. Nur diese Geräte können die benötigten Bildpunkte 1080 bzw. 720 darstellen. Unterschieden wird hier zwischen „echten“ 1080 Bildpunkten (1080p = 1920 x 1080) und den „skalierten“ 1080 Bildpunkten (1080i = 1920 × 540), bei dem jede zweite Bildzeile nicht übertragen, sondern berechnet wird. Selbstverständlich müssen die Signale vom Receiver zum Fernsehgerät mittels eines HDMI-Kabels übertragen werden. Zu nennen wären der „Toshiba 37 X 3030 D“ (Full HD), der „Samsung LE 23 R 32 B“ (HD Ready) oder das Plasmagerät „Panasonic TH 42 PZ 700 E“ (Full HD).

Dann steht der echten Realität im heimischen Wohnzimmer fast nichts mehr im Wege. Was die HD+ Werbung leider verschweigt, ist das derzeit noch sehr magere Angebot an HD+ Sendungen. Von den frei empfangbaren Sendern bieten nur „Das Erste“, „ZDF“, „arte“ sowie „N24“ hochauflösendes Fernsehen an. Alle anderen Sender beherrschen zwar HD+, senden aber den größten Teil ihres Programms in normaler Auflösung. Für eine größere Programmvielfalt (Pay-TV) sollte der Receiver ein CI-Modul mitbringen, das eine entsprechende Pay-TV-Karte aufnehmen kann. Alternativ zu den Receivern mit einem CI-Modul finden sich im Handel auch Modelle mit einer CI+ Schnittstelle. Diese Technik ist eine Erweiterung der CI-Module, die aber nicht ganz unumstritten ist, weil die Sender über das CI+ Modul auf die Funktionen des Receivers zugreifen können.